Episode 32: Der Steiger kommt mit Martin Kaysh

Der Steiger kommt Pepo und Karsten besprechen gewohnt launig die Schalke Themen der letzten Wochen, bevor Pepo sich ausführlichst mit Martin Kaysh über Kultur und Fußball im Ruhrgebiet unterhält. Alle sprechen über Leon Goretzka. Wir aber nicht. Okay, müssen wir wohl. Aber nur kurz… Und dann auch hauptsächlich über den Beitrag, den Clemens Tönnies zu der Diskussion geliefert hat. Viel mehr geht es aber darum, mit wem wir das Heimspiel gegen Hannover gesehen haben und wie (bzw. warum) das Auswärtsspiel in Stuttgart eigentlich genau gelaufen ist. Viel ausführlicher schwadroniert uns‘ Pepo aber mit Martin, dem Steiger vom Geierabend, über den Stellenwert von Fußball in der Kultur des Ruhrgebiets. Von Hölzchen auf Stöckchen kommend, selbstverständlich, und dabei einen kompletten Rundumschlag liefernd.

Kommentare (4)

  1. Zum Thema gemeinsame Identität im Ruhrgebiet: Die gibt es zumindest für Außenstehende (bin vor sechs Jahren aus dem Münsterland zum Studium nach Dortmund gezogen) ziemlich deutlich, vor allem gibt es eine klare Ruhrgebietsmentalität und die Historie ist ja auch in allen Städten hier sehr ähnlich. Warum das von den Eingeborenen überhaupt nicht so wahrgenommen wird, ist mir auch nicht ganz klar, aber meine Vermutung wäre, dass es vor allem daran liegt, dass die Identifikation schaffenden Orte und Institutionen sehr stark fragmentiert sind. Es gibt beispielsweise nicht die eine Zeche, die von allen als stellvertretend für die gemeinsame Identität wahrgenommen wird, sondern praktisch jede Stadt hat mindestens eine eigene, ähnlich sieht es mit Fußballclubs usw. aus. Dazu kommt, dass sich zumindest früher das komplette Leben häufig auf sehr geringem Raum abgespielt hat. Die Leute hatten häufig fast nur mit Menschen aus ihrem eigenen Block oder zumindest dem gleichen Stadtteil zu tun, die dann auch noch alle den gleichen Arbeitgeber hatten, zur gleichen Trinkhalle und in die gleiche Kneipe gegangen sind. So ist das Ruhrgebiet gefühlt eine gigantische Ballung von sehr fließend ineinander übergehenden Dörfern und Kleinstädten, und die Identifikation findet dann eher mit der jeweiligen “Gemeinde” statt als mit mit dem vermeintlich großen Ganzen. Dass dann beispielsweise Dortmunder sich als Westfalen sehen, würde ich als Versuch der Abgrenzung gegenüber den anderen im Ruhrgebiet sehen, die einem zwar suspekt, aber eigentlich doch sehr ähnlich sind.

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    • Hey idioteque3,

      ich hab deinem Kommentar nix hinzuzufügen. Freue mich aber sehr über die Zeit, die du dir genommen hast um das hier loszuwerden.

      Vielen Dank!

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  2. Das war ja mal der Prototyp für eine ideale Folge.
    Zwei Spiele knackig analysiert, ein bisschen Vereinsklatsch und ein Gast, der dem ganzen noch eine riesige Metaklammer verpasst. (und schon ist Länge der Folge und Zustand des Podcasts kein Thema mehr 😉
    Das war wirklich kurzweilig und ich hab erst am Ende realisiert, wie lang die Folge war. Geierabend ist nächstes Jahr Pflicht!
    re: Identität
    In der Nachbarschaft des Ruhrgebiets aufgewachsen, habe ich die Differenzierung eigentlich nie so wahrgenommen, da haben mich die eigenen Bedürfnisse (Clubs, bzw Discos, Geschäfte, Uni, Museen) hier und dorthin geführt. Damals noch mit dem Auto. Später dann ohne ist mir zuerst aufgefallen, das es doch bescheuert ist, dass die keinen schlüssigen ÖPNV hin kriegen (da war ich dann natürlich schon verwöhnt).
    Erst als die Liebe mich dann mit Duissern, später mit Buer verbunden hat, ging mir das Lokalkolorit auf, wurden aus dem Pott Kieze. Aus sich heraus betrachtet völlig schlüssig – ist in Berlin ja nicht anders. Nur steht die fehlende gemeinsame Identität, meines Erachtens, der Entwicklung der Region im Wege, wenn zB alle die gleichen (alten) Ideen haben und sich mit ihren Einkaufszentren gegenseitig die Innenstädte leer fischen.
    Dahingehend fand ich Innenansichten und Hintergründe extrem spannend.
    Ihr hattet hier schon, die verkümmernde Presselandschaft angesprochen, dahingehend würde mich eine Fortsetzung mit Schraven interessieren
    Danke, wieder mal
    gruss
    a

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  3. Großartige Premium-Folge. Hat mich sehr unterhalten. Glückauf!

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